Brauchen wir Demut?
Über Maß, Macht und Menschlichkeit in unsicheren Zeiten
Aus Demut erwachsene Macht ist Lebensmut – für das eigene Leben und für die, die es brauchen ...
Ohne Demut wird es in absehbarer Zeit kein Leben auf unserem Planeten mehr geben. Seit Jahrhunderten dominiert eine Weise menschlichen Lebens und Wirtschaftens, die ohne Rücksicht auf Mitlebende die weiteren Existenzmöglichkeiten auf unserem Planeten verunsichert. Sie zerstört sie wahrscheinlich sogar – durch Gewalt und Krieg, durch ungebremste Profitgier, durch grenzenlose und vollkommen verantwortungslose Vernichtung der Lebensumwelt im Zuge ihrer Ausbeutung. Deshalb fragt der Theologe Hans-Martin Gutmann nach einer Haltung, die aus der Mode gekommen ist: Demut. Demut ist wie jede menschliche Handlung ambivalent. Es gibt Formen von Demut, die Lebensmöglichkeiten und Leben gefährden: sich klein machen in Konflikten in Familien, in Liebesbeziehungen und Freundschaften; Unterwürfigkeit zeigen gegenüber politischer Herrschaft und gegenüber Machtgestalten am Arbeitsplatz; sich[...]
DetailsWenn die Angst nicht mehr auszuhalten ist, komme ich zu mir
Gedichte mit einem Vorwort von Rosa von Praunheim und Fotografien von Elfi Mikesch
Lukas Röders Gedichte sind eine Entdeckung ...
"Wenn die Angst nicht mehr auszuhalten ist, komme ich zu mir" setzt sich radikal mit einer psychischen Krise über den Verlauf eines Jahres auseinander. Abhängig von Psychopharmaka setzt Lukas Röder seine Medikamente eigenmächtig ab und stürzt in der Folge in einen kritischen Zustand. Er beginnt jeden Tag im Austausch mit Rosa von Praunheim ein Gedicht zu schreiben und gibt so einen Einblick in die Abgründe seiner Erkrankung und einen Einblick in den existentiellen Versuch, die erlebte Instabilität zu überwinden. Lukas Röders Gedichte erforschen die Grenzen zwischen Normalität und Abweichung, Intimität und Distanz, Krankheit und Identität – so drastisch, wie wir es selten erlebt haben. Er will Normalität, will befreit und geliebt werden, will seine gespaltene Seele und ewige Unruhe abwerfen, Schutz finden in diesem Leben. Was macht Leben aus? Freude, Leid,[...]
DetailsIch bin eine Kiefer im märkischen Sand
Ost-West-Lebensgefühle eines jüdischen Ostberliners. Gedichte, Lieder, Rocktexte
Der Texter der Rockgruppe „Pankow“ und Autor der Rockspektakel „Paule Panke“ und „Hans im Glück“ - mit Fotografien von Robert Paris ...
Wolfgang Herzberg legt erstmals eine Sammlung seiner Gedichte, Lieder und Rocktexte aus mehr als sechs Jahrzehnten vor. Entstanden seit den frühen 1960er-Jahren, spiegeln sie in dichter, oft ungeschönter Form seine persönlichen Erfahrungen, Gedanken und Liebesbeziehungen – als autobiografische Momentaufnahmen eines Lebens zwischen Deutschland Ost und West. Seine Texte sind zugleich Zeitzeugnisse: künstlerisch verdichtete Tagebuchaufzeichnungen, die gesellschaftliche und existenzielle Spannungen vor und nach 1989 kritisch wie selbstkritisch reflektieren. In den 1980er-Jahren wurde Herzberg – zunächst unter dem Pseudonym Frauke Klauke – als Texter der Rockgruppe „Pankow“ bekannt. Für seinen Bruder André, den Sänger der Band, schrieb er die Konzeptprogramme „Paule Panke“ und „Hans im Glück“, die als „Rockspektakel“ in der DDR kulturpolitisch umstritten,[...]
DetailsIm Anfang war Berlin
Stratigrafien
Ein Buch für alle, die wissen wollen, wie Berlin geworden ist, was es war – und was davon noch übrig ist ...
Berlin ist ein Palimpsest – jede Epoche hat ihre Spuren hinterlassen, überlagert, ausgelöscht, neu beschrieben. Falko Hennig gräbt in diesen Schichten, hebt Geschichten ans Licht, die unter Asphalt und Erinnerung begraben liegen: von verschwundenen Badeanstalten und umgesiedelten Häusern über vergessene Druckereien, Kraftwerke und Kinos bis zu den Menschen, die in all dem lebten, bauten, scheiterten und weitermachten. Mit journalistischem Gespür, literarischer Neugier und trockenem Humor rekonstruiert Hennig die Stadt als lebendiges Archiv, in dem jedes Pflaster, jeder Ziegel, jede Anekdote zählt. Seine „Stratigrafien“ sind Bohrungen in die Tiefen Berlins – präzise, überraschend und voller Zärtlichkeit für eine Stadt, die nie aufhört, sich neu zu[...]
DetailsMÄX
Roman
Ein bissig-düsterer Thriller, in dem Radiostar Mäx eine Reality-Show im Gefängnis moderiert – bis aus Trash-TV ein tödliches Spiel wird und Unterhaltung und Albtraum untrennbar verschwimme ...
Ein Moderator, eine Kuppelshow – ein Gefängnis. Radiostar Mäx soll das nächste große Erfolgsformat moderieren: „Handfeste Bäuerin findet dingfesten Bruder“ – eine Mischung aus Love-Show, Knastreport und völliger Entgleisung. Und mittendrin: er selbst. Was als mediales Trash-Abenteuer beginnt, wird für Mäx schnell bitterer Ernst. Denn der einzige Häftling, der freiwillig mitmacht, ist Richard: brillant, manipulativ, lebensgefährlich. Und er hat seine ganz eigenen Pläne. Allmählich verschwimmen die Grenzen zwischen Unterhaltung und Albtraum. Die Show läuft – und plötzlich steht nicht nur die Quote auf dem Spiel, sondern Mäx’ eigenes Leben. Was als zynisches Medienspektakel beginnt, wird zu einem tödlichen Spiel, in dem Mäx’ Verstand bis aufs Äußerste strapaziert wird. Denn in einer Welt, in der alles nur eine Inszenierung ist, gibt es nur eine[...]
DetailsDas Fenster
Roman
Ein Roman über Wahrnehmung und Projektion, über nie zur Ruhe kommende familiäre Bindungen und die Furcht vor dem unwiderruflichen Ende des Gewohnten ...
Ein Sonntag im Mai, still und verheißungsvoll. Das Licht fällt weich in den Innenhof, alles scheint seinen gewohnten Gang zu gehen. Wie jeden Morgen richtet die Ich-Erzählerin ihren Blick auf das gegenüberliegende Fenster der Mutter – ein stummes Ritual der Vergewisserung, dass alles in Ordnung ist. Doch an diesem Tag bleibt das Fenster geschlossen. Was als flüchtige Irritation beginnt, wächst sich im Laufe der Stunden zu einer quälenden Unruhe aus. Gedanken kreisen, Erinnerungen drängen sich auf, alte Verletzungen und unausgesprochene Konflikte treten hervor. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, stets von Nähe und Distanz zugleich geprägt, beginnt sich neu zu ordnen. Während draußen das Leben scheinbar ungerührt weitergeht, gerät im Inneren der Erzählerin alles ins Wanken. Was, wenn sich hinter dem geschlossenen Fenster mehr verbirgt als bloße Abwesenheit?[...]
DetailsDer Über-Dandy
Hanns Heinz Ewers tanzt Italo Disco. Aus der Zeit gefallener Roman
Ein Roman über Deutschlands ersten Popliteraten ...
Hanns Heinz Ewers (1871–1943) war alles auf einmal – egomanisch, exzessiv, brillant, politisch verwerflich, sexuell inkorrekt, literarisch erfolgreich. Ein Star, international gefeiert. Dann verschwand er aus dem Kanon. Doch jetzt steht er wieder da – mit Spazierstock, Tweedanzug, Italo Disco im Ohr und einem viel zu muskulösen Dackel an der Leine. Die Gegenwart erkennt ihn nicht. Seine Bücher: vergessen. Doch wer ist der Mann wirklich, der dem einstigen Skandalautor wie aus dem Gesicht geschnitten scheint? Ein brillanter Hochstapler? Ein besessener Fan? Ein Zeitreisender auf der Suche nach dem eigenen Echo kann er ja nicht sein. Oder doch? Zwischen Düsseldorf, Köln, Berlin und diversen Erinnerungslücken entfaltet sich ein wilder Roadtrip durch die deutsche Kulturgeschichte – von der Belle Époque über Weimar bis zur braunen[...]
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